Thema Raubkopieen

Einfach nur noch bei GOG kaufen, dann gehört es einem auch. Problem gelöst. Alles andere sind einfach nur fadenscheinige Ausreden etwas schönzureden was nicht legal ist.Über die Geschäftspraktiken zu diskutieren und diese zu kritisieren ist legitim, aber dann einfach sich drauf zu berufen das es dann gerechtfertigt ist illegale Kopien aus dem Internet zu laden ist auch lächerlich. Können wir ja ab sofort alle so machen, mal schauen wie viele Games dann noch erscheinen. :Fresse: Die einzige richtige Aktion wenn man gegen die Praktiken ist -> nicht kaufen und verzichten. Alles andere kann ich nicht wirklich ernst nehmen.
Ich mag GOG - gerade auch, weil die durch ihr "Good old Games"-Programm einen Bärendiest für die Spielepräservation leisten. Allerdings muss man leider auch sehen, dass das Angebot auf GOG im Vergleich zu bspw. Steam stark beschränkt ist. Im Grunde lindert GOG auch nur die Symptome. Das tatsächliche Problem des unfairen Urheber- und Verwertungsrechts wird dadurch nicht angegangen.
 
Allerdings muss man leider auch sehen, dass das Angebot auf GOG im Vergleich zu bspw. Steam stark beschränkt ist.
Ist richtig, aber dann muss ich halt auf die anderen Titel verzichten um ein Zeichen zu setzen.
Das tatsächliche Problem des unfairen Urheber- und Verwertungsrechts wird dadurch nicht angegangen.
Das bleibt natürlich ein Thema was reguliert gehört. Ich bin auch dafür das man digitale Lizenzen z.B. weiter verkaufen kann und es mehr Rechte für uns Konsumenten gibt. Aber für mich ist das trotzdem kein Freifahrtschein illegale Kopien zu laden. Kann natürlich jeder anders sehen, aber so ist meine Meinung dazu.
 
Das tatsächliche Problem des unfairen Urheber- und Verwertungsrechts wird dadurch nicht angegangen.
Die gibt es nicht! Entweder ich akzeptiere die Bedingungen oder wenn sie mir nicht gefallen, dann kaufe ich sie mir nicht. So einfach ist das und überhaupt kein Grund es dann illegal zu laden.

Für mich ist und bleibt es Diebstahl, weil andere hierfür zahlen müssen. Auch ist es scheinheilig denn bei GTA VI ist auf einmal die Bedingung okay, weil jeder geil drauf ist und es haben will aber bei anderen Games ist es böse!? Mir gefallen die Spritpreise aktuell auch nicht, soll ich jetzt tanken und ohne bezahlen? Das sind wirklich komische Ansichten.
 
GOG ist ein sehr guter Punkt. Nur bis ein Spiel bei GOG erhältlich ist dauerts tlw ewig.

Auch das Refunden bei Steam ist so eine Sache. Ich finde die 2 Stunden zuwenig. Jetzt hast Spiele da musst anfangs mal gefühlt ewig Fernsehen, Tutorial durchmachen. Weiters hast dann vlt die nächsten Tage keine Zeit zum Zocken, fängst nochmal an, hast die zwei Stunden schon verplempert, oder die zwei Wochen max. für die Rückgabe.

Dann gibts auch noch den MP. Gefällt mir beim SP was ich sehe kauf ich es sowieso wenn ich den MP zocken möchte. Vor allem wichtig welche MP Modi es gibt, Coop, PvE ist wichtig, wo ich nur mit meiner Frau was zocken kann und nicht eine riesige Armee an fremden Spielern zusätzlich habe. Ghost Recon ist da vorbildlich. Dann gibts zig Stunden an Spielzeit, wird auch nicht langweilig. Auch sowas funktioniert mit gecrackten Sachen nicht. Es müssen natürlich beide das Spiel besitzen, ist klar.

Beim Steamkauf wird auch generell auf die Familienbibliothek geachtet. Wenn das Spiel dafür nicht vorgesehen ist, machens wir eben mit dem Accounttausch, ist aber insofern blöd wenn wir beide irgendwas zocken möchten. Da kann ich eben das nicht mit ihrem Account spielen, da sie ihren für ihr Spiel benötigt.

Bei den gecrackten Sachen ist auch die Patchpflege nicht sonderlich rosig. Da kommt vlt der Day1, danach aber nix mehr. Und gerade die "danach" Patches sind oft sehr wichtig. Hinzu kommt die Downloadquelle. Das ist oft auch mehr als mühsam.

Demos gehören wieder her. Spieletrailer interessieren mich nicht, da wurde ich zuoft verarscht. Boah Trailer sieht geil aus. Dann war der Trailer das beste am ganzen Spiel. Hauptsache den Scheiss hab ich gekauft. Was mir da grad dazu einfällt ist Silent Hill f. Townfall schlägt da ähnlich rein, die Steam Reviews sind nicht sehr rosig - wobei die auch tlw mit Vorsicht zu geniessen sind. Und irgendwelchen Youtubern beim Zocken zusehen? Dann brauchs ich nicht mehr spielen, kenns ja schon.

Dann noch Denuvo, das Ding ist tlw. wirklich eine heftige Perfomancebremse, trotz nachträglicher oder laufender Spielepatches/Optimierungen und guter Hardware. Ist Denuvo weg oder ausgeschaltet/umgangen läufts plötzlich? Sowas darf doch nicht sein. Das ist auch ein wichtiges Kriterium. Ums mal mit euren Vergleichen zu sagen - ich kauf ein Auto mit 120 PS, aber mit 70 PS gurkst rum weils gedrosselt ist.
 
Demos überall wären natürlich überall. Die Publisher begründen es halt damit dass oft viele ihre Vorbestellung oder Kaufabsichten wieder canceln. Wie Kinofilm mit 15-20min Vorschau im Netz zu bewerben und dann storniert man den Kinosbesuch weil man es doch nicht so spannend fand.

Auf einen Seite heißt es Abo Dienste sind schlecht weil man die Games nicht mehr wertschätzt als sie zum vollen Preis zu kaufen. Wenn man es gekauft hat zwingt man sich viel eher dran zu bleiben auch wenn die ersten Stunden langweilig sind. Jetzt ist hier umgekehrt und man will für 2000-3000,- Warenwert alles durchtesten was auf dem Markt ist um dann erst zu entscheiden ob man Geld gibt.
Wirkt halt auch irgendwie gegengesetzt. Klar will man für sein Geld am liebsten genau wissen was man bekommt. Kannst selbst bei buchen von Urlaub nicht genau wissen egal ob man 50 Videos zu Reisen von Anderen guckt. Wäre auch langweilig wenn man immer vorab schon alles sieht und sich die eigene Spannung nimmt. Eigenen Erfahrungen ob positiv wie negativ gehören halt dazu. Natürlich zahlt man auch mal Leergeld wenn man aus reiner Neugierde was bestellt und dann entspricht es nicht der eigenen Vorstellung.

Kann halt selbst bei sehr teuren Autokauf nicht jede Karre beim Händler für eine Woche probefahren. Sind für meisten Interessenten höchstens 30-60min drin. Willst Sportwagen außerhalb den Budget erleben musst dir so Teil über Veranstaltungsargenuturen für paar Stunden mieten.

Dinge künstliche beschnitten werden gehört halt auch zum Alltag. Neue VW Polo ID hat in Grundausstattung auch größere Battterie on Board die aber künstlich begrenzt wird weil man so den "Einstiegspreis" rechtfertigen will. Im Wahrheit will VW nicht 3 verschiedenen Akkugrößen herstellen und einbauen.
PC Bereich hast jeher Chips die künstlich beschnitten werden. Früher per Software die sich aushebeln lies bis Heute wo der Hersteller Lasercut einsetzt um es direkt zu kastrieren. Hast da zum Teil voll funktionstüchtigen Chip der mit Mehraufwand gedrosselt wird nur um den Kaufpreis zu drücken. Eigentlich verrückt dass man es so rum macht.

Ganze Gütermarkt ist halt nicht logisch und fair. Schwarzfahren in den Öffis geht trotzdem nicht selbst wenn sich die Bahnchefs Millionen Provision einstreichen die ihnen durch gefakte Zahlen gar nicht zustehen. Hilft auch nicht wenn Zugführer und Kontrolleure schon ih Gehalt bekommen haben. Selbst wenn in Zentrale 400 Mitarbeiter gekündigt werden. Anrecht auf kostenlose Beförderung entsteht mir persönlich trotzdem nicht auch wenn mir Preise nicht schmecken und nach 10 Jahren auch Zug oder Tram gehört.

Natürlich sollte man sich stark machen dass bei den Digitalen Gütern sich mehr Nutzungsrechte einstellen. Man Lizenzen weiterverkaufen kann. Wenn Publisher ein game vom Markt nimmt und die Server abschaltet man auch Kopierschutz entfernt und ein Weiterbetreiben durch Dritte zulässt. Sein Verkaufsinteresse hat man dann begraben.
 
Mal so Off Topic.


Im Wahrheit will VW nicht 3 verschiedenen Akkugrößen herstellen und einbauen.
Die stellen nix her, die haben die letzten 40 Jahre in der FE geschlafen und sich auf den fetten Boni ausgerastet. Für VW Nutzfahrzeuge zb. baut Ford in der Türkei, ein VW ist schon lange kein VW mehr. Mängel noch und nöcher. Leute kaufens weil VW draufsteht, drin ist Ford. Ein Bekannter von mir arbeitet in einem VW/Audi/Seat Autohaus.... Ganz schlimm was sich da abspielt. Nicht nur bei Pkws, auch bei den Nutzfahrzeugen, da gibts zig Kaufrückabwicklungen. Da sind aber Firmen dabei die jahrelange Stammkunden sind, eine riesige Fahrzeugflotte haben. Wer hats versemmelt? Die obere Führung.


Topic:
Genauso gehts aber auch am Spielemarkt mittlerweile zu.
 
Ich persönlich sehe das nicht alles so schwarz. Dieses Jahr ist ein richtig gutes Gamingjahr.

Wer unzufrieden ist, kann sich ja auch ein anderes Hobby suchen und nicht damit Diebstähle rechtfertigen.

Finde diese Argumentation einfach nur krude. Mit so einer Logik, kann man ja überall klauen gehen, weil das Geschäftsgebahren einem ja nicht gefällt.
 
@Hellhammer

Willst mir damit sagen dass das Werk in Salzgitter nur Tarnung ist:


Egal ob da Akku aus China oder Teile von Fordband laufen. Punkt war ja dass man aus Kostenersparnis nicht 3 Größen einbauen will. Nur zwei Kapazitäten hernimmt und halt eine beschneidet obwohl man beim „Einstiegsmodell“ die gleiche Batterie wie im nächsthöheren Modell mitschleppt.
 
Ich persönlich sehe das nicht alles so schwarz. Dieses Jahr ist ein richtig gutes Gamingjahr.
Stimmt.
Wer unzufrieden ist, kann sich ja auch ein anderes Hobby suchen und nicht damit Diebstähle rechtfertigen.

Finde diese Argumentation einfach nur krude. Mit so einer Logik, kann man ja überall klauen gehen, weil das Geschäftsgebahren einem ja nicht gefällt.
Hier naja. Einerseits klar kann man sich ein anderes Hobby suchen, aber wieso? In keinem anderen Hobby, was mir spontan einfällt, werden mir einseitig so sehr die Bedingungen aufgezwungen, die absolut konträr zu dem laufen, wie es anfing. Wir hatten mal Spiele mit physischen Kopierschutz auf Verpackungen oder als Beilage und das war in Ordnung. Dann kamen aber die digitalen Kopierschutze, dann kamen always online Zwänge, Kopierschutze die Performance und Integrität der eigenen Hardware angreifen, dann keine physischen releases und nun besitzt man nicht mal mehr irgendwas. Alles bei steigenden Preisen! Die nächste Konsolengeneration sind Elektroschrott ohne Internet oder nach Abschalten der Server. Wieso sollte ich als Kunde der da nur getreten und ausgebeutet wird irgendwas akzeptieren oder anpassen und nicht einfach ähnlich agieren?
Wir haben beim Serien/Filmstreaming gesehen, wenn das Angebot gut genug ist, nutzt niemand mehr illegale Seiten. Nun ist das Angebot dort so zerrissen und teils auch schlecht in Qualität und Performance, plötzlich boomen illegale Websites wieder.

Unternehmen die anders agieren unterstütze ich doppelt gerne und ich persönlich lade nicht mal irgendwas runter, aber finde es komplett verständlich, wenn man dahingeht und moralisch null gleichzusetzen mit Diebstahl physischer Dinge. Aber als Konsument nur noch ausgenommen zu werden macht irgendwo keinen Spaß mehr und so wird man über kurz oder lang eh aus dem Hobby getrieben.
 
moralisch null gleichzusetzen mit Diebstahl physischer Dinge.
Wieso?

Ist ja nicht so, dass digitale Güter per Knopfdruck entstehen. Der Wert einer Sache ist mMn gekoppelt an die Aufwendung von Ressourcen, um etwas zu produzieren.
Davon ab, ist alles vergänglich. Viele alte Games und Konsolen, die man physisch erworben hat, sind auch dem physikalischen Verfall unterlegen. Nichts hält ewig.
Wahrscheinlich halten digitale Lizenzen noch viel länger.

Aber nur weil es eine minimale Chance besteht, dass man irgendwann keinen Zugriff mehr auf ein digitales Gut hat, rechtfertigt man die unrechtmäßige Aneignung auf dubiosen Seiten? Man verletzt damit ganz klar die Rechte der Produzierenden.

Nichtsdestotrotz bleiben ja einem Ausnahmen wie GoG um Games wirklich zu besitzen. Inwiefern macht dann das Argument für Raubkopien noch Sinn?

Ganz ehrlich, würdest du deine Schüler in der Klasse zum illegalen Download von Software ermutigen?
 
Unternehmen die anders agieren unterstütze ich doppelt gerne und ich persönlich lade nicht mal irgendwas runter, aber finde es komplett verständlich, wenn man dahingeht und moralisch null gleichzusetzen mit Diebstahl physischer Dinge. Aber als Konsument nur noch ausgenommen zu werden macht irgendwo keinen Spaß mehr und so wird man über kurz oder lang eh aus dem Hobby getrieben.
Also kann ich einfach am 19. November in nächsten MM/Saturn gehen, mir die GTA Hülle mit Code einstecken und ohne zu zahlen an der Kasse vorbei. Digitale Code ist ja kein Besitz auf Dauer (wobei der Zeitraum nicht jetzt schon festgelegt ist) und Rockstar ja genug Kohle hat und MM/Saturn von einem Teil nicht pleite geht. Wenn es mir dann nach 1-2 Wochen gefällt gehe ich zurück zur Kasse und zahl es im Nachhinein dennoch.
So funktioniert Wirtschaft nicht auch wenn man Publisher und Ladenpreis als zu hoch ansieht und den Gegenwert den man bekommt.

Warum Verzicht und damit richtiges Zeichen setzen dass man es nicht braucht wenn die Konditionen nicht stimmen so schwer? Wir reden hier nicht von Grundnahungsmittel die man zum Überleben braucht. Je mehr man die Piratengruppe immer größer wird (nur weil sie klein erscheint wächst sie ja dennoch wenn jeder das Recht für sich beansprucht) desto mehr werden die Firmen sich abschotten und Maßnahmen ergreifen. Medien wandeln gab es schon immer wie auch Technik die immer abhängiger wird. Früher konntest billig Auto aufmotzen und Heute kostet dich "Glühbirnenwechsel bzw LED Tausch" einen ganzen Scheinwerfer für mehrere Hundert wenn nicht gar Tausende Euro. Genau wie Chips immer mehr verlötet werden man im PC Bereich immer weniger wechseln darf. Hier da wird mal wieder entgegengewirkt aber dann muss ich halt die Anbieter unterstützen die es halt als Alternative anbieten. Auch wenn die Auswahl dann geringer ist.
 
Auch das Refunden bei Steam ist so eine Sache. Ich finde die 2 Stunden zuwenig.
Da wäre es halt schön wenn die Zeit flexibel ist und sich dem Spiel anpasst. Ein großes RPG mit 60h Spielzeit kann dann von mir aus 4h haben. Das kleine Indie Game mit 4h Spielzeit dann aber auch nur 1h. Wäre meiner Meinung nach eine faire Lösung.
 
Willst mir damit sagen dass das Werk in Salzgitter nur Tarnung ist:
Nein so hab ich es nicht gemeint. Nur weil die nun selber mal draufgekommen sind das wir das auch bauen können? Zu welchem Preis? Aber wie wollen die plötzlich was können das die Konkurrenz seit 30-40 Jahren schon macht. Da wird eben auch viel zugekauft. Die haben gewaltig was versemmelt. Generell ist da ganz Europa in solchen Sachen komplett hinten dran, braucht man nur mal an den Netzausbau denken. Furchtbar. Aber jeder soll mit E Autos und Sondermüll rumfahren. Und dann wundern warum man keine eigenen Fabrikate überteuert kauft, wenn die Konkurrenz ein Eck günstiger und qualitativ besser ist....
 
Wieso?

Ist ja nicht so, dass digitale Güter per Knopfdruck entstehen. Der Wert einer Sache ist mMn gekoppelt an die Aufwendung von Ressourcen, um etwas zu produzieren.
Davon ab, ist alles vergänglich. Viele alte Games und Konsolen, die man physisch erworben hat, sind auch dem physikalischen Verfall unterlegen. Nichts hält ewig.
Wahrscheinlich halten digitale Lizenzen noch viel länger.

Aber nur weil es eine minimale Chance besteht, dass man irgendwann keinen Zugriff mehr auf ein digitales Gut hat, rechtfertigt man die unrechtmäßige Aneignung auf dubiosen Seiten? Man verletzt damit ganz klar die Rechte der Produzierenden.

Nichtsdestotrotz bleiben ja einem Ausnahmen wie GoG um Games wirklich zu besitzen. Inwiefern macht dann das Argument für Raubkopien noch Sinn?
Ich bekomme aber keinen wirklichen Gegenwert mehr. Das was sich halt fundamental ändert, ich bezahle für einen Service statt ein Produkt und das halte ich in Bezug auf ein unendlich verfügbares Produkt für falsch. Es ist nicht mal so, dass ich dir widerspreche, aber für mich gibt es auf Grund des Verhaltens der Publisher an dieser Stelle kein falsch und richtig. 400€ für eine CE, davon kommt kein Cent bei den Leuten an, die das Spiel gemacht haben, das landet alles im Gewinnbeutel der Investoren. Wo verletze ich also die Rechte der Produzierenden? Ja rechtlich, aber emotional, moralisch? Sehe ich nicht.

Die Chance ist doch gar nicht so minimal. Neben den großen Stores für 3DS, Wii, WiiU, PS Vita, PS3 uvm. sind historisch betrachtet für den US Markt (weltweit kenne ich keine Untersuchungen dazu) ~80% der Spiele bis PS2 Generation, wenn ich mich richtig erinnere, nicht mehr über einen Markt abseits des Gebrauchtmarktes oder eben Raubkopien verfügbar. Indem Sinne ist raubkopieren sogar essentiell für Spieleerhalt, weil Publisher sich einen Scheiß drum kehren und GoG auch nur in dem Rahmen arbeiten können, indem sie es tun.
Wenn wir uns nur mal die Liste von StopKillingGames anschauen, sehen wir, wie groß das Problem bei Onlinetiteln ist.
Sony hat dieses Jahr zig Filme aus ihrem Streamingservice entfernt, die nun nicht mehr legal verfügbar sind. Das ist schon ein Kampf um Besitz, Kulturgut und Deutungshoheit, wenn man es ganz hoch stilisieren will.
Da kommen wir zu dem Punkt:
Ganz ehrlich, würdest du deine Schüler in der Klasse zum illegalen Download von Software ermutigen?
Ich bin niemand der dir erzählt das Computerspiele Kunst sind, aber sie sind eindeutig Kulturgut. Kulturelle Teilhabe ist essentieller Bestandteil unserer Gesellschaft. Würde ich an einer Schule arbeiten, wo es den Schüler:innen nicht möglich wäre Spiele zu kaufen oder in der Bibliothek zu leihen, auf Grund ihrer finanziellen Situation oder mangelnder Verfügbarkeit und sie hätten aber trotzdem einen PC...ich würde denen zumindest erzählen, dass das etwas ist was man tun kann, das es Konsequenzen haben kann, nicht auf anderes übertragbar ist, aber durchaus valide Punkte dafür existieren, warum es moralisch zu rechtfertigen ist. Ganz genau wie bei Filmen und Serien btw. Für mich wirkt es so als ob man überall aus kultureller Teilhabe rausgepreist wird und das hat Auswirkungen auf Gesellschaft.
Deswegen bleibe ich bei meinem Statement aus dem ersten Post: Wer kann sollte kaufen, wer nicht kann, go for it. Wer kann und nicht mag, keine Probleme mit, aber selbst würde ich es momentan nicht tun. Ich bin ganz gut im boykottieren.
Also kann ich einfach am 19. November in nächsten MM/Saturn gehen, mir die GTA Hülle mit Code einstecken und ohne zu zahlen an der Kasse vorbei. Digitale Code ist ja kein Besitz auf Dauer (wobei der Zeitraum nicht jetzt schon festgelegt ist) und Rockstar ja genug Kohle hat und MM/Saturn von einem Teil nicht pleite geht. Wenn es mir dann nach 1-2 Wochen gefällt gehe ich zurück zur Kasse und zahl es im Nachhinein dennoch.
So funktioniert Wirtschaft nicht auch wenn man Publisher und Ladenpreis als zu hoch ansieht und den Gegenwert den man bekommt.
Für mich liegt das Problem hier eher, dass ich einen Code physisch erwerben kann. In dem Falle würde ich außerdem MM/ Saturn schaden, weil Rockstar sein Geld schon bekommen hat. Da gibt es einen Unterschied für mich, effektiv stehle ich ja etwas physisches aus einem Laden. Aber da steckt für mich ja das viel größere Problem hinter, dass wir der Möglichkeit beraubt werden zu warten, dass das Spiel gebraucht günstiger wird. Momentan haben wir Preisdruck durch den Gebrauchtmarkt, aber ich bin echt gespannt, ob wir Sales und ähnliches noch erleben auf Konsolen, wenn alles digital ist.
BTW ist der Erwerb des digitalen Codes in einem lokalen Geschäft für mich in Bezug auf GTA VI immer noch der momentan beste Weg, da verdient immerhin jemand was dran. Bin mir trotzdem noch nicht sicher, ob ich es mir kaufen werde.

Warum Verzicht und damit richtiges Zeichen setzen dass man es nicht braucht wenn die Konditionen nicht stimmen so schwer? Wir reden hier nicht von Grundnahungsmittel die man zum Überleben braucht. Je mehr man die Piratengruppe immer größer wird (nur weil sie klein erscheint wächst sie ja dennoch wenn jeder das Recht für sich beansprucht) desto mehr werden die Firmen sich abschotten und Maßnahmen ergreifen. Medien wandeln gab es schon immer wie auch Technik die immer abhängiger wird. Früher konntest billig Auto aufmotzen und Heute kostet dich "Glühbirnenwechsel bzw LED Tausch" einen ganzen Scheinwerfer für mehrere Hundert wenn nicht gar Tausende Euro. Genau wie Chips immer mehr verlötet werden man im PC Bereich immer weniger wechseln darf. Hier da wird mal wieder entgegengewirkt aber dann muss ich halt die Anbieter unterstützen die es halt als Alternative anbieten. Auch wenn die Auswahl dann geringer ist.
Da würde ich bedingt widersprechen. Wie schon ausgeführt sind Computerspiele Kulturgut und kulturelle Teilhabe ist essentiell. Nicht umsonst gilt der Zugang zum Internet mittlerweile als Grundrecht, weil es essentiell der Teilhabe an Gesellschaft dient. In dem Bereich ordne ich Spiele ebenfalls ein.
An der Stelle möchte ich auch nochmal sagen, ich boykottiere sau viele Studios und werde mir keine neue PlayStation holen, wenn sich da nicht noch was ändert, aber das kann man einfach nicht von allen erwarten. Weil sich auch nicht alle diese Gedanken machen. Der Großteil der Leute weiß einfach nicht, was für negative Auswirkungen gewisse Dinge haben oder haben können. Da ist ein Widerstand, sei er durch raubkopieren oder boykottieren sicherlich nicht schlecht.

Wenn Firmen sich dann mehr abschotten, ziehen sie aber die falschen Schlüsse und außerdem machen sie das ohnehin auch ohne einen wachsenden Schwarzmarkt. Ich erinnere mich nicht daran, dass wir uns alle illegal Autos zusammengebaut haben oder so. Autos sind einfach so geworden, Abomodelle für Sitzheizungen und und und. Alles wegen Investoren und der Gier nach Gewinnmaximierung. Unternehmen die es anders machen, werden durchaus dafür belohnt, aber noch von zu wenigen, weil das Problem nicht erkannt wird von großen Teilen der Bevölkerung.

BTW im PC/ Smartphone Bereich hat es doch übrigens was gebracht, wir erleben mehr und mehr Hersteller, die sich bemühen Reparatur freundlichere Produkte zu entwickeln. Aber nicht wegen Konsumentenverhalten, weil die hatten ja kaum eine Wahl mehr, sondern Regulierungen. Das brauchen wir auch bei Spielen. Deswegen war und ist Stop Killing Games ein erster wichtiger Schritt.
 
Ich bekomme aber keinen wirklichen Gegenwert mehr.
Eine Lizenz mit einem Game von meistens über 20-60 Std Spielzeit für 70€ (über Keys ja mittlerweile oft zu Release sogar für 40€) halte ich für einen enormen Gegenwert. Viel größerer Gegenwert als ein Kinobesuch.

Die 400€ Box halte ich für ein unpassendes Beispiel, da es einfach nur Fan Merchandising ist und eigentlich gar nichts mit dem Thema Raubkopie zu tun hat.

Außerdem wieso hat sich so eine extreme Anti-Haltung ggü Publisher und Investoren im Allgemeinen etabliert?

Entwickler dürfen Geld verdienen aber Investoren, ohne dessen Geld manche Games gar nicht erst in dem Rahmen zur Stande gekommen wären, sollen keinen Cent sehen? :Fresse:

Ich kann manchem aus rationaler Sicht irgendwie nicht folgen. Denke daher, dass es hier eher eine emotionalgeladene Argumentationskette ist.
 
Für mich liegt das Problem hier eher, dass ich einen Code physisch erwerben kann. In dem Falle würde ich außerdem MM/ Saturn schaden, weil Rockstar sein Geld schon bekommen hat. Da gibt es einen Unterschied für mich, effektiv stehle ich ja etwas physisches aus einem Laden.
Wenn du es aus irgendeiner Seite im Netz ziehst anstatt bei Steam, Epic oder offiziellen Key-Seller zu kaufen schadest du den Shops dann nicht wie MM/Saturn und Co? Sehe da halt nicht wo der große Unterschied liegt. Wenn man es sich ohne Kosten beschafft schadet man immer irgendeinem Händler der es dir verkauft hätte. Dieses "man kann es sich alsJugendlicher nicht leisten" zählt für mich nicht als Rechtfertigung. Damit könnte man ja alles legitimieren dass man sich was untern Nagel reißt was man nicht bezahlen könnte.

Da würde ich bedingt widersprechen. Wie schon ausgeführt sind Computerspiele Kulturgut und kulturelle Teilhabe ist essentiell. Nicht umsonst gilt der Zugang zum Internet mittlerweile als Grundrecht, weil es essentiell der Teilhabe an Gesellschaft dient. In dem Bereich ordne ich Spiele ebenfalls ein.
Die Mona Lisa ist auch Kulturgut aber ich kann dennoch nicht einfach in Louvre rennen und das Bild abhängen weil ich es mal Woche privat Zuhause gern betrachten möchte. Gibt viele Kunstgüter die halt hinter hohen Bezahlschranke(Ortsabhängig sind wo man hinreisen muss) stecken oder an die man halt nicht rankommt weil sie in Privatkollektion oder Bundesarchiv verstaut liegen.

Sind hier nicht unendliche Hürden bisher an Game ranzukommen. Bisher gibt es auch immer noch Sales wo man halt darauf warten muss. Erst wenn es halt komplett aus dem Rahmen läuft muss man sich halt überlegen ob man die Sache dann noch unterstützt. Gibt dennoch zich andere Unterhaltungsmedien auf die man halt ausweichen kann. Grundsätzliches Recht auf Zocken sehe ich irgendwie schwer zum durchsetzen.
 
Das Zocken für Jugendliche ein unbedingt zu erstrebenswertes Gut ist, halte ich mit meinem Realitätsabgleich für bedenklich. Wir haben heute eher das Problem der Abschottung und Abkapselung vieler Jugendlicher in Online-Welten durch Gaming- und Social-Network-Süchte, dessen kranken Folgen u.a. auch das hier schon gut dokumentierte Incel-Dasein ist, wo Leute nur noch alles in abwertende Kategorien stecken, und weder was von Beziehungen zu Frauen noch allgemein Freundschaften oder sozial adäquates Verhalten verstehen, weil Ihnen mitunter der reale Kontakt zu Menschen fehlt und sie sich in ihrer Hatespeech-Bubble extremisieren.
 
Eine Lizenz mit einem Game von meistens über 20-60 Std Spielzeit für 70€ (über Keys ja mittlerweile oft zu Release sogar für 40€) halte ich für einen enormen Gegenwert. Viel größerer Gegenwert als ein Kinobesuch.
Ja, aber der Kinobesuch war schon immer eine Serviceleistung. Computerspiele nicht. Ich sehe da ein Problem wegen der Besitzfrage.
Die 400€ Box halte ich für ein unpassendes Beispiel, da es einfach nur Fan Merchandising ist und eigentlich gar nichts mit dem Thema Raubkopie zu tun hat.

Außerdem wieso hat sich so eine extreme Anti-Haltung ggü Publisher und Investoren im Allgemeinen etabliert?
Weil das die größte Seuche unserer Zeit ist. Hinter allem was (bis auf Naturkatastrophen etc.) schief läuft, steckt irgendein Unternehmen, welches aus Gründen der Gewinnmaximierung konsumentenfeindliche Entscheidungen getroffen hat. Generell alles dem Gewinn zu unterwerfen ist das dümmste, was wir gesellschaftlich hinnehmen. Öffentlich gehandelte Unternehmen werden das immer tun und das Produkt wird dadurch immer schlechter. Inhabergeführte Unternehmen laufen stabiler, arbeiten auch auf Gewinn, aber nicht um jeden Preis.

Entwickler dürfen Geld verdienen aber Investoren, ohne dessen Geld manche Games gar nicht erst in dem Rahmen zur Stande gekommen wären, sollen keinen Cent sehen? :Fresse:
Klar darf ein Investor Geld verdienen, aber bitte im Rahmen und nicht auf Kosten der Studios. Wenn Private Equity in den USA ein Unternehmen, wie ein Studio kauft, ist der erste Schritt den Kaufpreis dem Studio als Schulden zuzuschreiben und dadurch unmittelbar, mittel- und langfristig höhere Gewinne für die Investoren aus dem Kauf zu ziehen. So zuletzt bei EA passiert. Das bringt den Studios nichts, verschärft nur Ungleichheit und in der Regel folgt dann nach Widerverkauf oder vorher zur Gewinnmaximierung eh Stellenabbau.
Wie mehrfach erwähnt, es gibt andere Wege und Investoren die anders agieren, macht das halt, aber es spiegelt halt nicht die Mehrzahl.

Ich kann manchem aus rationaler Sicht irgendwie nicht folgen. Denke daher, dass es hier eher eine emotionalgeladene Argumentationskette ist.
Ne, dem würde ich nicht so zustimmen. Du gehst nur mit einer anderen Sichtweise ran. Rational empfinde ich das Verteidigen von Unternehmen und deren ausbeuterischen Systemen auch nicht. Aber rechtlich ist alles was die tun einwandfrei und damit unterliegt dem eine Rationalität und ich verstehe warum Leute das nicht so sehen wie ich. Für mich aber sehe ich den Fehler im System selbst, glaube da gäbe es bessere Praktiken durch mehr Regulierung und wenn mehr Kontrolle bei denen liegt, die das Produkt wirklich erschaffen, bin ich überzeugt wären die Probleme geringer.
Denn davon bin ich auch überzeugt, wenn etwas gut ist, wird es genutzt. Siehe Steam als größtes Beispiel.
 
Zurück
Oben Unten